Allergiediagnostik

Praxisanschrift

Weidenauer Straße 217
57076 Siegen

 

Tel.: 0271 76018
Fax : 0271 76896

In unserer Praxis werden verschiedene Hauttestungen durchgeführt, der Pricktest ist hier die häufigste Untersuchungsmethode. Wir setzen den Pricktest ein, um den Verdacht auf eine Sensibilisierung gegen bestimmte Stoffe zu bestätigen oder um Sensibilisierungen auszuschließen.

 

Der Pricktest eignet sich für den Nachweis von Allergien des Soforttyps.

(Baumpollenallergien, Gräser-Kräuterpollenallergien, Hausstaub-Vorratsmilbenallergien,Schimmelpilzallergien, Allergien auf Tierepithelien und Nahrungsmittelallergien).

Andere diagnostische Verfahren sind unter anderem noch folgende Testungen:

  • Intracutantest: Injektion einer definierten Menge eines Allergenextraktes, Dauer: 20 Minuten
  • Reibtest: oberflächliche Einritzung der Haut, anschließend wird das native Allergen eingerieben, Dauer: 20 Minuten.
  • Prick zu Prick: wird v.a. für Nahrungsmittel eingesetzt. Mit einer Lanzette wird in das betreffende Nahrungsmittel eingestochen und dann mit gleicher Lanzette in den Oberarm. Dauer: 20 Minuten.
  • nasale Provokationen: Verdünnte Lösungen werden in die Nase eingesprüht und eine Reaktion erfolgt nach ca. 10-15 Minuten.

Folgende Testverfahren sind möglich

Epicutantest (Patchtest)

Typ-4 Reaktionen im Sinne eines allergischen Kontaktekzems oder eines Arzneimittelaxanthems.

Atopie - Patch- Test (APT)

Mit IgE indizierende Allergenen, danach kann die Notwendigkeit eines Prick oder RAST beurteilt werden (Sensibilisierung für das atopische Ekzem).

Reibtest

induziert vor anderen bei hochgradig Sensibilisierten (Tierhaarallergie, Medikamentenallergie v.a.). Mit dem nativen Allergen wird 10x kräftig gerieben (Stelle: Unterarm volar), Kontrolle mit Mulltupfer. Verstärkung kann erreicht werden durch vorherigen Hornschichtabriss durch Pflasterstreifen ("Reibtest mit Stripping").

Pricktest

Die verschiedenen Testlösungen werden auf die Haut der Unterarminnenseite des Patienten aufgetragen. Um die Testreaktionen besser beurteilen zu können, wird zudem eine „Positiv–Kontrolle“ (enthält Histamin und sollte eine Reaktion in Form einer Quaddel verursachen) und eine „Negativ-Kontrolle“ (sie enthält nur Kochsalzlösung und sollte keine Reaktion verursachen) durchgeführt. Anschließend werden die Stellen kurz eingepiekst („geprickt“), sodass das Allergen unter die Haut gelangt. Die Ablesung erfolgt nach 15 Minuten.

Scratchtest

Die Haut wird unter dem aufgetragenem allergenen Material 5mm lang eingeritzt, es sollte keine Blutung entstehen. Bei Pulver zusammen mit einigen Tropfen 0,9%iger Lösung NaCl.

Intracutantest

Die Verdünnung ist allegenspezifisch, meist 1/100 der Allergenkonzentration der Pricktestlösung.

Nun werden mit Tuberkulinspritze 0,02-0,05ml der Allergenverdünnung aufgezogen und mit Kanülengröße 21 intracutan injiziert. Nach der Injektion muss eine 3mm große Quaddel entstehen. Eine Interpretation muss kritisch erfolgen, denn falsch- positive Reaktionen ist häufig (v.a. bei Schimmelpilzen, Nahrungs- und Arzneimitteln)

 

Ablesung: erfolgt nach dem Durchmesser von Quaddel und Erythem, entweder nach einer willkürlichen Skala von 0 bis ++++ oder in Millimetern.

Provokationstest:

In der Praxis sind die wichtigsten:

  • nasal
  • konjunktival
  • oral
  • bronchial
  • parenteral (z.B. subcutan mit Lokalanästhetika)

Nasaler Provokationstest

Beim nasalen Provokationstest wird nach Raumadaption des Patienten und Kontrollmessung die Allergenlösung als Spray auf die untere Muschel appliziert. Die Reaktion wird klinisch beurteilt, erkennbar durch Niesen, Rhinorrhoe, Verlegung der Nasenatmung und in schweren Fällen durch asthmatische Beschwerden

Konjunktivaler Provokationstest

In den Bindehautsack wird lateral ein Tropfen der Allergenlösung eingeträufelt.

Nach fünf bis 15 Minuten kommt es zu einer Reaktion. Dies Reaktion kann reichen von einer einfachen Bindehautrötung mit Juckreiz und Fremdkörpergefühl bis hin zum massiven Ödem (Chemosis).

Oraler Provokationstest

Diese eignet sich zur Diagnostik von

  • Nahrungs- und Arzneimittelunverträglichkeiten sowie
  • pseudoallergischen Reaktionen gegen Hilfs- und Zusatzstoffe (Additiva).

Das verdächtige Allergen wird von dem Patienten mit etwas Mineralwasser eingenommen. Die Dosis richtet sich nach dem Schweregrad des allergischen Geschehens. Beim oralen Provokationstest ist ein "Einfachblind-Verfahren" unabdingbar.

 

Generell gilt für Provokationstests, dass die Provokation am Zielorgan am effektivsten (aussagekräftigsten) ist - doch er ist keineswegs das Maß aller Dinge, denn falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse sind nicht selten. Die kritische Wertung von Anamnese, Hauttest- und In-vitro - Ergebnissen kann häufig einen Provokationstest ersparen.

 

(Angewandte Allergologie, Johannes Ring, München 2004, S90ff.)

 

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